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Freitag, 9. April 2010, 03:02

[Lesetipp] Celle im Nationalsozialismus


Gestern (8.April) vor 65 Jahren war der Bombenangriff auf Celle, welcher ein grausiges Massaker nach sich zog.



Reinhard Rohde: Ein amerikanischer Bombenangriff, deutsche Massaker an KZ-Häftlingen und ein britisches Gerichtsverfahren.
Celle April 1945 revisited; in: revista, Nr. 41, Dez./Jan. 2008/2009, S. 26-27.

Zitat

Das ist "Geschichte, die noch qualmt"?, lautet die gern zitierte Warnung der amerikanischen Historikerin Barbara Tuchmann bei der Auseinandersetzung mit zeitgeschichtlichen Fragen. Die Ereignisse des 8. und 9. April 1945 in Celle gehören auch in diesem Sinn zur Zeitgeschichte. Über Jahrzehnte war es gelungen, das Massaker an KZ-Häftlingen aus dem öffentlichen Gedächtnis zu verbannen.
Quelle: www.celle-im-nationalsozialismus.de/aktuelles..



Meine Mutter hat den Bombenabwurf hautnah miterlebt. Sie war mit dem Fahrrad grade auf dem Weg nach Hause und etwa 100m hinter der Unterführung, als die ersten Bomben einschlugen und die Druckwelle sie sammt Fahrrad über einen Zaun warfen.
Ein paar Minuten vorher hat sie sich noch schnell von ihrer besten Freundin verabschiedet, die sie bei sich noch mit in den Keller lassen wollte.
Das Haus hat nen Volltreffer abgekriegt und von der Familie wurde nichts mehr gefunden.
Nun gut, sie hats überlebt, viele andere nicht.
Darunter auch Insassen einen KZ Zuges, der im Bereich des Güterbahnhofes anhalten mußte.
Denn das eigentliche Ziel der amerikanischen Bomber war der dort stehende Munitionszug.
Dessen Lok mußte grade Frischwasser tanken, darum wurden die beiden Loks einfach getauscht.
Der Mun-Zug wurde dann von meinem (Stief-)Großvater mütterlicherseits (Lokführer der Reichsbahn) aus dem Gefahrenbereich gebracht.
In den folgenden Tagen machten SS Einheiten, Wehrmacht, Polizei und regimetreue Bürger eine regelrechte Hetzjagdt auf die überlebenden KZ Häftlinge. Sowohl in der Stadt, den Vororten, als auch im so genannten Neustädter Holz - ein Waldstück.
Von dieser Schießerei hat meine Mutter auch was mitgekriegt, denn in der Nähe des Hauses lagen mehrere tote Häftlinge auf dem Fußweg, die erst 2 Tage später weggeschafft wurden.

Ob sich von meiner Verwandschaft jemand schuldig gemacht hat?
Wenn, dann mein Opa, der ja eigentlich den KZ Zug nach Bergen Belsen fahren sollte.



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Sonntag, 11. April 2010, 07:59

Ob sich von meiner Verwandschaft jemand schuldig gemacht hat?
Wenn, dann mein Opa, der ja eigentlich den KZ Zug nach Bergen Belsen fahren sollte.

Hätte er eine Wahl gehabt, es nicht zu tun?

Hatten Soldaten, so wie mein Vater, die Wahl, ob sie an der Front kämpfen, oder nicht? Er hat es als seine Pflicht gesehen, und ja, er hat getötet. Was wäre, wenn er es nicht getan hätte?
=k? !/1


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