Helfen ist nicht mehr der Normalfall

      Helfen ist nicht mehr der Normalfall

      Unterlassene Hilfeleistung : ein Fall aus Essen zeigt wohl wie "abgestumpft" manche Menschen mittlerweile geworden sind oder soll dies wirklich der "Normalfall" sein ? ...mehr>

      ...wenn dies wirklich der "Normalfall" sein soll und einige Anzeichen aus den vergangenen Jahren deuten darauf hin,möchte ich mit dieser Zukunft nichts zu tun haben.
      Der Werteverfall in Bezug auf Anstand und Moral ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten unaufhaltsam ohne das von Seiten der Politik oder Institutionen korrigierend eingegriffen wurde. Das auf einen Menschen der am Boden liegt noch eingetretten wird ist so ein markanter Wertverfall,der anscheinend so hingenommen wird weil es immer öfters praktiziert wird...
      Das Argument es hätte sich ja auch um einen "Penner" gehandelt haben der sich seinen Rausch ausschlafen wollte zieht nicht so ganz,denn dann hätte man sich um den Menschen kümmern müssen um dies festzustellen und ggf. Hilfe(Polizei etc.) zu holen..
      Angefangen von den kleinen Monster nach Schulschluss die kaum noch alten Menschen in Bus und Bahn freiwillig ihren Platz anbieten, über Hasstriaden in jeglicher Form und einem rapiden Werteverfall in Anstand und Moral das man sich fragt was hält diese Gesellschaft noch zusammen oder ist dies alles nicht wahr ???

      /g\
      Norle, das ist leider nicht erst seit gestern. Vor ca. 20 Jahren war bei uns in der Nähe ein Sportplatzfest. Gleich neben dem Sportplatz war ein Park. Auf einem dieser Parkwege lag ein junger Mann auf dem Weg. Alle Leute mokierten sich darüber, dass er wohl zuviel "getankt" hätte. Wir hatten leider kein Handy dabei, wohnten aber zum Glück nicht weit weg. Also ab nach Hause und Polizei und Krankenwagen gerufen. Von wegen besoffen, der junge Mann hatte einen Zuckerschock. Wenige Tage später stand er mit Blumen vor unserer Türe und bedankte sich.
      Die anderen Leute hätten ihn seinem Schicksal überlassen. Und selbst wenn er betrunken gewesen wäre, hätte ich angerufen.
      Vergebt Euren Feinden, aber vergeßt nie ihre Namen.

      J.F.Kennedy
      Das ist leider wahr, vor ca. 30 Jahren hatte ich mich morgens, weil die Straße plötzlich mit tückischem Glatteis versehen war, mit dem Auto überschlagen und lag neben der Straße im Graben. Der Gurt hatte mich vor den Verletzungen geschützt, ich war aber nicht mehr in der Lage, den Gurt zu öffnen (Schock), und das Auto durch die Beifahrertür zu verlassen.
      Da es 7.30 h war, war es auch schon hell, da kamen jede Menge Autos die Straße entlang gefahren, aber niemand hat angehalten. Wie lange ich dort lag, weiß ich nicht, ca. 10 Minuten??? Eine ganz zierliche Frau kam dann zu mir, sie konnte aber auch nicht helfen, stellte sich dann auf die Straße und hat ein Auto angehalten. Der Mann stieg mit langem Gesicht aus seinem BMW und hat dann geholfen, dass ich das Fahrzeug verlassen konnte.

      Bei der Polizei erzählten sie mir dann, dass ca. 90 % der Autofahrer bei einem Unfall nicht halten würden.
      -+= Ovidia

      Ovidia schrieb:

      Da es 7.30 h war, war es auch schon hell, da kamen jede Menge Autos die Straße entlang gefahren, aber niemand hat angehalten

      ...leider gerade bei Unfällen oder anderen Notsituationen findet man sie - die Gaffer,die sogar per Smartphon Fotos vom "Tatort" verschicken aber offenbar nicht in der Lage sind den Notruf 110 oder 112 abzusetzen... Andere wiederrum geben "Gas" weil sie wollen nicht in die Sache hineingezogen werden... Wieder Andere haben Angst,wenn sie "Hilfe leisten" das sie was falsch machen könnten und später vielleicht noch verklagt werden könnten etc. ... So gesehen werden die die anhalten und zupacken um einen Menschen in Not zu helfen schon bald als "Helden" gefeiert,weil die Menschen die Zivil Courage haben immer weniger werden...
      Aber es geht nicht nur um die "Helden des Alltags" sondern auch darum das die Solidarität in der Gesellschaft immer weniger wird. Ob politisch gewollt oder nicht werden Gesellschaftsgruppen gegeneinander ausgespielt so das die einen die Verlierer und die anderen die Gewinner sind. Das der Starke für den Schwachen eintritt läuft schon längst nicht mehr und hat dem kapitalischen Egoismus platz gemacht . Jeder denkt eben nur an sich selbst (Eigenverantwortung etc) an seinen Erfolg,Karriere und vor allem an sein Geld...

      /g\
      Ein Notarzt, der im Fersehen zu Wort kam, sagte: Lieber bei der Hilfe etwas falsch machen, als gar nicht zu helfen. Gut ein Auto explodiert nicht so schnell, wie bei Cobra11. Aber man wenigstens versuchen einem anderen Menschen zu helfen. Bei der Herzdruckmassage kann leicht mal eine Rippe brechen, aber besser eine gebrochene Rippe, als für immer verstummt.
      Vergebt Euren Feinden, aber vergeßt nie ihre Namen.

      J.F.Kennedy