bedingungslose Grundeinkommen für Jeden ?

      bedingungslose Grundeinkommen für Jeden ?

      Die Schweiz hat Gestern den Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommen abgestimmt ...mehr >

      das der Vorschlag beim ersten Mal auf grosse Ablehnung trifft war eigentlich klar. Die Gesellschaft in der Schweiz oder auch bei uns sind noch nicht "soweit" zu akzeptieren das der Lebenunterhalt nicht ausschliesslich von Arbeit gesichert wird. Wenn Jemand arbeitslos ist und oder Transferleistungen vom Staat bezieht erfährt im Nu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Abstieg... Ausgrenzung ist die andere Folge wenn er nicht bald wieder in Arbeit kommt,denn nur mit Arbeit ist man als Mitglied der Gesellschaft akzeptiert . Was aber wenn immer mehr Arbeitsplätze durch neue Techniken, Automatisierungen vernichtet werden ? Wenn immer mehr Menschen trotz Arbeit vom Staat Transferleistungen benötigen um ihren Lebensunterhalt zu sichern ? Und wenn es schon bald zum Standard gehört das man nach ca. 40 Jahren Arbeit nicht viel mehr als den "Sozialsatz" an Rente bekommt ? Und...und... Sicher wird es noch lange, lange brauchen bis ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet...

      /g\
      Die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen ist gar nicht so abwegig und die Schweizer haben mit ihrer Ablehnung nicht viel weiter gerechnet, als die berühmt/berüchtigten Milchmädchen.
      Es würde den Staat, auch und besonders hier in Deutschland, eine Unsumme an Lohn- und Gehaltskosten für die Verwaltung von vielfältigsten Arten von Einrichtungen ersparen, die Momentan soziale Zahlungen jeglicher Form zu bearbeiten haben und der Kasse für das Grundeinkommen zugeschlagen werden können.
      Es würde die ganzen Verfahren zur Unterstützung Bedürftiger extrem vereinfachen und -zigtausende überbezahlte Stellen einsparen, deren Lohngelder ebenfalls wieder in den Topf des Grundeinkommens fließen könnten.
      Allerdings sind die in der Schweiz geforderten 2.300 €uro pP für Deutschland utopische Summen, denn so manch fleißiger Familienvater würde sich für gute 1.500 €uro* schon in der Luft zerreißen.
      Das "Argument" der Gegner, daß dieses Grundeinkommen nicht bezahlbar wäre, zieht nicht, denn es wird an anderer Stelle mehr eingespart, als dann dafür ausggegeben werden würde.
      Auch die Befürchtungen, daß dann noch mehr Menschen einfach nicht mehr arbeiten würden, sind völlig grundlos, denn sie würden vom Arbeitgeber auch noch bezahlt werden, völlig unabhängig vom Grundeinkommen.

      *) Immerhin ist das eine Summe Geldes, die weitaus höher liegt, als heutzutage die übergroße Anzahl ganz normaler abhängig Beschäftigter in ihren Lohntüten finden und von der diese ihre Familien versorgen müssen.

      Wissen ist Macht aber nichts wissen macht nichts!


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      Die Idee ist nicht schlecht ,aber umsetzbar?

      Bei uns sind die Löhne nicht gerade der schwere der Arbeit angemessen,z. B. in der Altenpflege oder Krankenpflege (nicht nur dort). Ich könnte es keinem verdenken,da lieber nur paar Stunden

      in Lohn zu sein. Aber da haben wir es wieder,es würde in vielen Bereichen an Arbeitskräfte fehlen.
      Der Nächste BItte ! ~k25

      Wilmadu schrieb:

      Bei uns sind die Löhne nicht gerade der schwere der Arbeit angemessen,z. B. in der Altenpflege oder Krankenpflege (nicht nur dort). Ich könnte es keinem verdenken,da lieber nur paar Stunden in Lohn zu sein.

      ...aus heutiger Sicht hast Du mit Deinen Argumenten Recht,aber in einigen Jahren sieht die Lage dann schon wieder anders aus...Die Vollzeitstelle wird wohl immer mehr zum "Auslaufmodel" da neue Techniken oder Automatisierungsprogramme die Anwesenheit des Menschen überflüssig machen... Selbst ein Auto kann zukünftig auch ohne Fahrer fahren... Folglich wird in Zukunft wahrscheinlich für eine grosse Menge Menschen das Angebot an Arbeit immer weniger und würde sich eher im Bereich heutiger Mini-Jobs bewegen, wovon die Meisten ohne Transferleistungen des Staates ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten könnten... Und der Staat früher oder später eine grosse Menge an Menschen mit dauerhaften Transferleistungen unterstützen müsste da für diese Leute sozusagen kein Platz in den neuen Techniken wäre...

      Wilmadu schrieb:

      Aber da haben wir es wieder,es würde in vielen Bereichen an Arbeitskräfte fehlen.

      eben nicht ! Es würde eher ein Überangebot an Arbeitskräften für zeitlich immer weniger Arbeitszeiten zu Verfügung stehen. Darüberhinaus wäre nur ein kleiner Teil der Arbeitskräfte qualifiziert genug die Arbeiten auszuführen. Die Zeiten wie Früher wo man langjährige,treue Mitarbeiter die letzten Jahre bis Rente in unproduktiven Funktionen des Betriebes "parkte" sind vorbei...Anders ausgedrückt : Wenn Jemand nicht mit der Technik Schritt hält ist im nu aus dem "System"...
      Angesichts solcher Aussichten wäre es wahrscheinlich vernünftiger einmaliges Grundeinkommen zu zahlen als alle Naselang eine Transferleistung abzudrücken oder ?

      /g\
      Ich sehe das ebenso, wie Norle in seinem letzten Beitrag.
      Allerdings müßten die staatlichen und gesellschaftlichen Bedingungen für ein bedingungsloses Grundeinkommen vollkommen geändert werden.
      Es muß zwingend zu einer staatlichen Rentenversicherung kommen, aus deren Kasse sich niemand zu anderen Zwecken als für die Altersversorgung bedienen darf.
      Auch der völlig unnötige Wust an Sozialkassen muß in einer staatlichen Kasse aufgelöst werden, in die jeder Bürger, der in irgendeiner Art und Weise entlohnt wird, seinen Beitrag einzuzahlen hat.
      Diese Einzahlung muß aber zu einem völlig gleichem Prozentsatz erfolgen, damit eine sozial verträgliche Belastung zustande kommt.
      Vorschläge da einen "Pro-Kopf-Betrag" einführen zu wollen sind völlig irreal, da mit dieser Art Beitragserhebung der Kleinverdiener völlig ausgeflöht wird aber der Großverdiener das mit dem Kleingeld aus der Waschmaschinentrommel bezahlen kann.
      Mit dieser Vereinheitlichung der Belastungen für den Bürger würde der Staat genügend Mittel zur Verfügung haben, um dieses bedingungslose Grundeinkommen verkraften zu können (über weitere durchaus mögliche Einsparungen in Milliardenhöhe hatte ich ja schon in einem vorherigen Beitrag gepostet).
      Mir stellt sich allerdings die Frage, wie man dieses Grundeinkommen handhaben will, bei Menschen, deren Jahreseinkommen in hunderttausend oder mehr Euro gezählt wird - muß da nicht eine Deckelung her ? ? ? Andererseits muß es diese Deckelung geben, wenn auch der letzte Industrie- oder Bankmanager den gleichen Prozentsatz an Abgaben zahlen muß, wie eine Hilfskraft ? ? Müssen Politiker, ob ihrer vielen Nebeneinnahmen gerechnet, auch dieses Grundeinkommen erhalten ?
      Über derartige Fragen sollten aber Finanzfachleute entscheiden und nicht Politiker, damit eine vernünftige Lösung gefunden werden kann . . .
      Wissen ist Macht aber nichts wissen macht nichts!


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      Wilmadu schrieb:

      Karl-Marx würde sich freuen. liegt doch nahe ! Jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen.
      Dann ist also die Schweiz ein sozialistischer oder gar kommunistischer Staat alá Karl Marx ? ? ? - Vergiß es . . .
      Immerhin haben die Eidgenossen eine staatliche Sozialkasse (Bürgerkasse) und jeder Bürger zahlt nach seinem Einkommen gestaffelt in diese Kasse ein, ohne jegliche Ausnahme und ohne Obergrenze des Einkommens.
      Andere Kassensysteme dort sind auch viel viel klarer gegliedert und einfach zu begreifen, als in der Bundesrepublik.
      Mit Karlchen Marx hat das nichts aber auch gar nichts zu tun - Wobei aber Marx und Engels die heutigen Zustände innerhalb Europas fast aufs Wort genau vorausberechnet haben - Aber das steht wiederum auf einem anderen Blatt Papier und hat nichts mit dem Thema 'bedingungsloses Grundeinkommen' zu tun.
      Hierzu hat die Bundesrepublik einen gewaltigen Nachholebedarf, um die weitaus besseren Zustände, wie sie in der Schweiz herrschen, in einigen Jahrzehnten auch nur annähernd erreichen zu können.
      Daß die Schweizer das bedingungslose Grundeinkommen abgelehnt haben, liegt meiner Meinung nach am mangelden Informationsstand der Bevölkerung, also auch an einer fehlerhaften Vorbereitung dieser Volksabstimmung (den Schweizern ist diese Art der demokratischen Willenskundgebung wenigstens erlaubt).

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