Debatte über Sterbehilfe - "Der Tod als Dienstleistung“?

      Debatte über Sterbehilfe - "Der Tod als Dienstleistung“?

      Sterbehilfe ist ein umstrittenes Thema - nicht nur im Bundestag ...mehr >


      ..bei Sterbehilfe denk man an ältere Menschen die an unheilbaren Krankheiten erkrankt sind oder die Schmerzen haben die nicht gestillt werden können... Aber man denkt auch an diese "Dienste" die behilflich sind beim Schritt vom Leben in den Tod,die man nicht haben möchte aber sich anderseits nicht zu eindeutigen Gesetzen etc. durchringen kann...Je länger und je öfters über Sterbehilfe geredet wird bzw. wurde umso mehr wird der einstige gesetzte Rahmen für die Sterbehilfe immer mehr ausgefranzt und man nähert sich bedrohlich nahe der entscheidenen Frage :"Was ist lebenswertes Leben ?",die schon mal in Deutschland gestellt wurde...Bei aller Ernsthaftigkeit der Debatte um Sterbehilfe soll aber um Gottes Willen nicht vergessen das das Leben ein Geschenk ist und man sollte es nicht so einfach weg werfen...


      /g\
      Was ich in den TV-Nachrichten so mitbekommen habe, wollen die Volkstreter eine grundsätzlich private Entscheidung auf eine gesetzliche - sprich: bürokratische - Ebene heben und somit wieder einmal mehr eine Entscheidungshoheit bekommen, die ihnen gar nicht zustehen darf.
      Wenn jemand zwar geistig aber nicht mehr körperlich in der Lage ist, seinem Elend ein Ende zu bereiten, dann muß er doch auch berechtigt sein, sich einen Vertrauten zur Seite zu stellen, der ihn bei seinem Ableben praktische Hilfestellung leistet und das kann und darf eigentlich nur ein Arzt sein.
      Ist der Betroffene aber auch dazu nicht mehr im Stande, so liegt die Entscheidung in den Händen der Familie, falls er das nicht schon lange vorher schriftlich niedergelegt hat, der Arzt hat sie dabei zu unterstützen.
      Die Berufung einiger Ärzte auf den hippokratischen Eid bei der Weigerung zur Sterbehilfe, sehe ich aber auch als ein wenig scheinheilig an, denn darin verpflichten sie sich "sie (zu) schützen vor allem, was ihnen Schaden und Unrecht zufügen könnte", denn ein menschenunwürdiges Leben und/oder qualvolles, endloses Sterben ist eben auch "Schaden und Unrecht" welche diese Ärzte und auch der Gesetzgeber diesen Patienten antun.
      Darin sehe ich aber auch die eindeutige Verpflichtung, den Patienten vom dem Elend und der Quälerei am Ende ihres Lebens zu befreien, denn mit diesem obigen Passus des Eides ist der Satz danach: "Nie werde ich, auch nicht auf eine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur einen Rat dazu erteilen.", völlig aufgehoben.
      Allerdings muß man den Eid auch nicht mehr bindend für alle Sparten der Medizin, die es zu Zeiten des Hippokrates noch gar nicht gegeben hat, sehen, denn er trifft wohl eher nur noch für Allgemeinmediziner zu, weil er mit dem Satz: "Auch werde ich den Blasenstein nicht operieren, sondern dies denen überlassen, deren Beruf dies ist.", sämtliche anderen Ärzte praktisch aus dem Eid ausschließt.
      Nun, mag man die Formulierungen des Eid des Hippokrates auf die heutige Zeit anwenden wollen oder nicht, das muß jeder Arzt für sich persönlich entscheiden, denn eine gesetzliche Berufung darauf läßt sich nicht konstruieren aber die Pflicht des Arztes seinem Patienten gegenüber ist nunmal auch die Hilfe beim Sterben.
      Und nur diese drei, der Patient, seine engsten Angehörigen und der Arzt sind meiner Meinung nach berechtigt, darüber zu entscheiden.
      Der Gesetzgeber hat nur die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, ihnen dazu sämtliche juristischen Steine aus dem Weg zu räumen und nicht noch bürokratische Barrieren aufzubauen.

      Norle schrieb:

      ...Je länger und je öfters über Sterbehilfe geredet wird bzw. wurde umso mehr wird der einstige gesetzte Rahmen für die Sterbehilfe immer mehr ausgefranzt und man nähert sich bedrohlich nahe der entscheidenen Frage :"Was ist lebenswertes Leben ?",die schon mal in Deutschland gestellt wurde...
      Das sehe ich allerdings als völlig falsche Denkrichtung an, wieder und wieder werden vernünftige Forderungen auf eine längst vergangene aber eben dunkle Vergangenheit reduziert.
      Dieser Blick sollte nun aber heutzutage ein absolutes Ende haben.
      Was ich allerdings ganz und gar nicht nachvollziehen kann ist wieder einmal das Abwälzen derartiger Probleme und Aufgaben auf private Rücken, seien es Vereine und/oder kommerzielle Einrichtungen.
      Der private und freiwillige Tod hat nichts in den Händen von Vereinsmeiern und noch weniger in denen von profitorientierten Geschäftemachern zu suchen.

      Wissen ist Macht aber nichts wissen macht nichts!


      !WQ


      !WQ Ich weiß, daß ich nichts weiß! !WQ

      alfons1249 schrieb:

      Was ich in den TV-Nachrichten so mitbekommen habe, wollen die Volkstreter eine grundsätzlich private Entscheidung auf eine gesetzliche - sprich: bürokratische - Ebene heben und somit wieder einmal mehr eine Entscheidungshoheit bekommen, die ihnen gar nicht zustehen darf.
      Dann hast Du nicht richtig aufgepasst.
      Es geht in der derzeitigen Debatte darum, die Straffreiheit der passiven Sterbehilfe auch auf die aktive Sterbehilfe auszudehnen.
      Wenn also ein Arzt in Absprache mit dem Patienten, oder dessen nächsten Angehörigen, die weitere Gabe von Medikamenten zur Lebensverlängerung einstellt, geht er wegen passiver Sterbehilfe straffrei aus.
      Gibt er einen Medikamentencocktail, um den Patienten von seinem Leiden zu erlösen, macht er sich wegen aktiver Sterbehilfe strafbar.
      Der Gesetzgeber muß nun dafür sorgen, dass - es klingt jetzt ziemlich blöde - zum "Wohle" des Patienten und/oder dessen Angehörige, dieser Konflikt bürokratisch aus der Welt geschafft wird.
      Wer sollte das sonst tun?


      alfons1249 schrieb:

      Der Gesetzgeber hat nur die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, ihnen dazu sämtliche juristischen Steine aus dem Weg zu räumen und nicht noch bürokratische Barrieren aufzubauen.
      Du hast es ja schon fast.
      Er, also der Staat als Gesetzgeber, kann nicht einfach holterdipolter die Sterbehilfe straffrei stellen, sondern muß für Regeln sorgen.
      Du nennst es "bürokratische Barrieren", ich nenne es Regeln.
      Ohne die geht es nun mal nicht!
      Sonst kann jeder Erbschleicher einen jungen Assistenzarzt zur Tötung eines alten, aber wohlhabenden Patienten nötigen.


      alfons1249 schrieb:

      Der private und freiwillige Tod hat nichts in den Händen von Vereinsmeiern und noch weniger in denen von profitorientierten Geschäftemachern zu suchen.
      Und genau solche Passagen gehören mit in die "bürokratischen Barrieren" - äh, Regeln rein!
      Es spricht noch nicht mal etwas gegen einen Verein, der sich mit den Regeln und "bürokratischen Barrieren" auskennt und die Angehörigen diesbezüglich berät, und/oder betreut.
      Auch dafür müssen Vorraussetzungen geschaffen und schriftlich fixiert werden - Aufgabe des Gesetzgebers/Staates!


      alfons1249 schrieb:

      Zitat von »Norle«
      ...Je länger und je öfters über Sterbehilfe geredet wird bzw. wurde umso mehr wird der einstige gesetzte Rahmen für die Sterbehilfe immer mehr ausgefranzt und man nähert sich bedrohlich nahe der entscheidenen Frage :"Was ist lebenswertes Leben ?",die schon mal in Deutschland gestellt wurde...

      Das sehe ich allerdings als völlig falsche Denkrichtung an, wieder und wieder werden vernünftige Forderungen auf eine längst vergangene aber eben dunkle Vergangenheit reduziert.
      Dieser Blick sollte nun aber heutzutage ein absolutes Ende haben.
      Nicht so einseitig denken!
      Nicht nur im Reich Adolf des unnötigen wurde diese Frage gestellt.
      Auch in den 60ern, bei den Contergangeschädigten und in den 80ern, bei den an AIDS Erkrankten, tauchte diese Frage auf.

      Und grade weil Deutschland diese verflixten 12 Jahre mit sich rumträgt, muß man einfach bei der Entscheidungsfindung die Frage nach dem lebenswerten Leben und deren unrühmliche Auslegung im Hinterkopf behalten.
      Andernfalls werfen die Gläubigen dieser Welt trotz Jesuszitat die ersten Steine auf uns.
      Ich denke bei der Formulierung "bürokratische Barrieren" an die völlig abwegige neue bundesdeutsche Regelung des Schwangerschaftsabbruches.
      Hier wurden doch auch die eindeutig für die Frauen ausgelegten Gesetze, wie sie in meiner Heimat vorlagen, bei der Übernahme durch die BRD auf den Kopf gestellt und völlig unnötige bürokratische "Regeln" eingeführt, durch die obskure Vereine, schwarzkittelige Möchtegern-Christen und die allmächtige bundesdeutsche Bürokratie den Frauen mit aller Macht versuchen dürfen, ihnen den absolut berechtigten Wunsch nach einer Abtreibung auszureden.
      Die "Ergebnisse" lungern jetzt unerwünscht, ungeliebt und meist auch unwissend auf den bundesdeutschen Straßen herum.
      In meinen Augen gibt es für die Gesetzesfindung zur Sterbehilfe nur zwei Möglichkeiten: "Ja" oder "Ja" . . . und das auch völlig ohne "Wenn" und "Aber".

      Emerald Isle schrieb:

      Andernfalls werfen die Gläubigen dieser Welt trotz Jesuszitat die ersten Steine auf uns.

      Sollen sie doch . . . aber welcher Hund beißt die Hand, die ihn füttert ? ? ?
      Deutschland ist so unwichtig, daß es wohl kaum irgendeinen Interessiert, ob erst Hunderte von Formularen und bürokratischem Zettelkram ausgefüllt werden muß oder Patient, Angehöriger und Arzt streßfrei und ohne diesen Blick in die Vergangenheit eine völlig private Entscheidung fällen können.
      Da Deutschland eh nur der Anus der Welt ist, wird sich da wohl niemand künstlich erregen - außer eventuell die Berufsbetroffenen im eigenen Lande.
      Wissen ist Macht aber nichts wissen macht nichts!


      !WQ


      !WQ Ich weiß, daß ich nichts weiß! !WQ