Sterbehilfe - Was wir unseren Alten und Kranken schuldig sind

      Sterbehilfe - Was wir unseren Alten und Kranken schuldig sind

      ..Sterbehile für pflegebedürftige und demenzkranke Menschen ??? ...mehr >

      ..Sterbehilfe ist ein grenzwertiges Thema und man tat sich und tuet sich noch immer schwer diese zuzulassen..Vor allem das "Wem" und "warum" wurde immer heiss diskutiert zumal immer öfters professionelle Organistionen sich einbrachten..Bedenklich ist nach meiner Meinung das z.Bsp. wie jetzt in Belgien der von der Gesellschaft abgesteckte enge rechtliche Rahmen immer weiter "aufgeweicht" wird.. Das man nun in Umfragen pflegebedürftigen und demenzkranken Menschen eine Sterbehilfe anbieten würden schockiert mich - auch wenn es nur eine Umfrage ist...Vor Kurzem wollte man pflegebedürftige Menschen in ausländischen Heime karren um Geld zu sparen,davor sollten Schwestern aus dem Reich der Mitte helfen die Pflegekosten zu senken...Und jetzt der Schierlingsbecher ??? Nur leider geht es hier nur um Geld und nicht um die pflegebedürftigen, demenzkranken Menschen !

      /g\
      Sind wir es unsren alten und kranken Menschen - Eltern - nicht schuldig, dass wir sie von ihrem Leid erlösen. Ist eine Pflege bis

      zum bitteren Ende , nicht viel grausamer.

      Ohne den medizinischen Fortschritt hätten wir diese ganzen Probleme nicht, denn sie ist nicht immer der so gelobte Fortschritt und

      für alte Menschen ganz bestimmt nicht.

      Da stellt sich auch die Gegenfrage.
      Wenn man einem alten Patienten in einem Hospiz nicht mehr medizinisch hilft und ihn würdevoll sterben läßt, ist das dann schon Sterbehilfe?
      Oder nur unterlassene Hilfeleistung?

      Oder sollte man dem/den Behandelnden ein Danke aussprechen, für den Mut ihrer Entscheidung?


      Als meine Mutter im Krankenhaus im sterben lag, hat uns der Artzt zu verstehen gegeben, dass jede weitere medizinische Versorgung nur das Sterben verlängert und den unvermeidlichen Tod hinauszögert.
      Das machte uns die Entscheidung gegen eine Weiterbehandlung sehr viel leichter.

      Aber als sie noch zu Hause war, selbst als Pflegebedürftige mit Stufe 2, dachte niemand von uns daran, sie davon zu erlösen.
      Genauso wenig, wie bei meinem Vater nach seinem schweren Schlaganfall, der ihn sowohl das Sprech, als auch das Schluckvermögen gekostet hat.
      Neben dem täglichen Pflegedienst, war immer täglich auch jemand von uns Kindern bei ihm.
      Bis er im November über Nacht für immer eingeschlafen ist.

      Norle hat das ja auch über einen längeren Zeitraum mitmachen dürfen.
      Aber ich glaube nicht, dass er auch nur ein mal dran dachte, dem ein Ende zu bereiten.
      Ich kann an der aktiven Sterbehilfe für jeden Menschen nichts Verwerfliches entdecken und so ein unwürdiges Theater, wie es in Deutschland darum gemacht wird, ist mir völlig unverständlich, denn es ist, so wie viele anderen Verhaltensweisen ohne jeglichen Sinn, nur einer längst vergangenen mit Fehlern behafteten Vergangenheit geschuldet.
      Eine Reihe von Rechten werden den Menschen in Deutschland vorenthalten, sodaß sie sich diese im Ausland teuer erkaufen müssen.
      Viele ehemalige staatliche soziale Errungenschaften und Normalitäten stehen heute wieder, wie zu Urzeiten der gesellschaftlichen Entwicklung, unter Strafe und/oder werden zumindest gesellschaftlich geächtet.
      Es wird viel zu viel über den angeblichen Wert des menschlichen Lebens gelabert aber das Wichtigste, nämlich die Gnade des letzten Dienstes wird denen verweigert, die dies aus den verschiedensten Gründen nicht mehr selber tun können - hat denn der Mensch weniger Würde verdient und/oder ist er weniger wert als ein Tier, welchem man diesen Dienst in Form eines "Gnadenschusses" zukommen läßt ? ? ?
      Dieses "in Würde sterben" ganz egal, ob zu Hause im Kreise der (damit völlig überforderten) Familie oder in einem sogenannte "Hospiz", hat meiner Meinung nach nichts aber auch gar nichts mit diesen salbungsvollen Worten zu tun, mit denen dieser elendsvolle Zustand verbrämt und verschleiert wird.
      Wissen ist Macht aber nichts wissen macht nichts!


      !WQ


      !WQ Ich weiß, daß ich nichts weiß! !WQ
      Wenn man schon sterben muss ist ein Hospiz eine gute Sache.
      Dort gibts geschulte Schwestern, Ärzte und Sterbebegleiter und die Kranken bekommen ausreichend Medizin, sodass ihre Schmerzen erträglich bis gar nicht vorhanden sind.

      Innerhalb einer Familie ist man tatsächlich schnell überfordert.
      Wenn die Mitglieder der Familie sich allerdings entscheiden ihren kranken Angehörigen zuhause zu pflegen, haben diese meine Hochachtung.

      Einen Menschen wie ein Tier einzuschläfern finde ich allerdings nicht richtig. Ein Mensch ist nun mal kein Tier.
      Demenz löst keine Schmerzen aus also darf man diese Menschen auch nicht töten - schon gar nicht mit der Erlösungsausrede.

      Als Gott den Mann schuf, verprach er, dass der ideale Mann
      an jeder Ecke zu finden sei.
      Und dann macht er die Erde rund.


      |11t
      Ich stimme Luisa vollkommen zu.Wenn ein Mensch soviel Schmerzen verspürt das er nur noch mit hohen Dosen Morphium einigermassen erträglich lebt, dann ist Sterbehilfe durchaus angebracht, jedoch nicht bei Demenz.Bei meiner Frau war es anders: sie war 2 Wochen im Koma, es gab keine Möglichkeit ihre geborstene Därme zu nähen, sie waren zu porös.Die behandelnde Aerztin stellate uns vor die Wahl, entweder meine Frau in Hannover an eine Herz Lungenmaschine anzuschliessen sodas sie weiterhin im Koma "weiterlebte" oder die Maschinen in Achim abzustellen und sie im Koma sterben lassen.Meine 3 Kinder und ich mussten eine schwere Entscheidung treffen.Die Kinder fragten die Aerztin ob es möglich ware sie kurz aus dem Koma zu holen bevor sie stirbt.Die Aerztin sagte wahrscheinlich ist da möglich( es war ein künstliches Koma)Nach einigen überlegen sagte ich dann zu den Kindern: was wollen wir den eure Mutter sagen?Es wird alles wieder gut, obwohl wir genau das Gegenteil wussten? Oder gar sorry, du wirst recht bald sterben? beides erschien uns unmöglich.So entschieden wir die Maschinen abstellen zu lassen, sie starb dann 3 Tage spatter, meine Tochter und ich hielten ihre Hand als das Herz endgültig aufhörte zu schlagen.

      Danach arbeitete ich ehrenamtlich nach einer Schulung als Sterbebegleiter, auch im Kinderhospiz Bremen, für fast 2 Jahre bevor ich nach Namibia ging.Sterbebegleiter ist kein Sterbehelfer.

      Emerald, wenn sich Arzt und Familie einig sind wird es sehr schwer sein unterlassene Hilfeleistung nachzuweisen.Sterbehilfe ist es nur wenn man aktiv am Tode eines Patienten mitwirkt, das abstellen von lebenserhaltenden Maschinen wird nicht als aktive Sterbehilfe angesehen, jedenfalls nicht bei sterbenden, alten Patienten.
      Gras wächst auch nicht schneller wenn man daran zieht(namibisches Sprichwort)

      alfons1249 schrieb:

      Es wird viel zu viel über den angeblichen Wert des menschlichen Lebens gelabert aber das Wichtigste, nämlich die Gnade des letzten Dienstes wird denen verweigert, die dies aus den verschiedensten Gründen nicht mehr selber tun können - hat denn der Mensch weniger Würde verdient und/oder ist er weniger wert als ein Tier, welchem man diesen Dienst in Form eines "Gnadenschusses" zukommen läßt ? ? ?
      ..nun,ich meine das die Leute(Ethikrat etc.) die die Rahmenbedingungen für die Sterbehilfe festgezurrt haben sich sehr wohl Gedanken über den einen oder anderen grenzwertigen Fall gemacht haben und ich glaube nicht das man jemanden den "Dienst" verweigert wenn man diesen wirklich benötigt. Die Gefahr von Manipulationen ist gross zumal Patienten die in einer vermeintlichen ausweglosen Situation sind "leichte Beute" für gewisse Organisationen.. Eine "Freikarte für den Suizid" für den Fall der Fälle kann es nicht geben und eine ständige Erweiterung der bestehenden Rahmenbedingungen führt zur Aufweichung der festgelegten Kriterien... Und es gibt ihn den angeblichen Wert des menschlichen Lebens und der ist sehr,sehr hoch..


      /g\

      Norle schrieb:

      Eine "Freikarte für den Suizid" für den Fall der Fälle



      Warum Nicht ?

      Wenn jemand den Wunsch hat, nicht im Bett als Pflegefall zu vegetieren. Den Blick über Jahre zur Decke gerichtet, den Tag nur

      mit starken Schmerz/Schlaf/Beruhigungsmitteln zu überstehen.

      Kein Mensch möchte so enden, wenn man mit ihm darüber spricht und wie oft läuft es dann so.



      Zunächst erstmal meine volle Zustimmung zu Fantas letztem Beitrag, denn genau so ist das Problem zu sehen, eine andere Sichtweise wäre Falschheit dem Betroffenen gegenüber.

      Norle schrieb:

      ..nun,ich meine das die Leute(Ethikrat etc.) die die Rahmenbedingungen für die Sterbehilfe festgezurrt haben sich sehr wohl Gedanken über den einen oder anderen grenzwertigen Fall gemacht haben und ich glaube nicht das man jemanden den "Dienst" verweigert wenn man diesen wirklich benötigt.
      Nun, daß sie sich Gedanken darüber gemacht haben, ist eventuell möglich.
      Aber nur in GOttähnlicher Selbstüberschätzung . . .

      Allerdings nur aus der Sicht des völlig unbeteiligten Zuschauers, die Wünsche der Betroffenen sind da wohl völlig außer Acht gelassen.

      Norle schrieb:

      Die Gefahr von Manipulationen ist gross zumal Patienten die in einer vermeintlichen ausweglosen Situation sind "leichte Beute" für gewisse Organisationen..
      Diese "Gefahr" wird aber nur dadurch heraufgeschworen, weil man mit völlig sinnlosen Verboten und restriktiven Bestimmungen in die Rechte des sterbewilligen Menschen eingreift.
      Nur dadurch wird eben diesen gefürchteten Manipulationen und dem Einfluß "gewisser" Organisationen Tür und Tor geöffnet.

      Norle schrieb:

      Eine "Freikarte für den Suizid" für den Fall der Fälle kann es nicht geben und eine ständige Erweiterung der bestehenden Rahmenbedingungen führt zur Aufweichung der festgelegten Kriterien...
      Ich sehe das Recht eines Menschen, sein Leben nach seinem Willen an einem bestimmten Punkt oder zu einer von ihm festzulegenden Zeit ein leidenfreies, schnelles Ende zu bereiten als eines der höchsten Menschenrechte an, wenn nicht gar als allerhöchstes.
      Einzige Rahmenbedingung war, ist und bleibt der Wille des Menschen - hier dürfen keinerlei Gesetze ihn am würdevollen Ableben hindern.

      Norle schrieb:

      Und es gibt ihn den angeblichen Wert des menschlichen Lebens und der ist sehr,sehr hoch..
      Dieser Wert des menschlichen Lebens wird aber so extrem beschränkt, wenn ihm diese Entscheidung verwehrt wird, die man jedem Tier zugesteht.
      Wissen ist Macht aber nichts wissen macht nichts!


      !WQ


      !WQ Ich weiß, daß ich nichts weiß! !WQ
      Grundsätzlich bin ich für keine Sterbehilfe,denn die Paliativ-Medizin oder ein Hospiz ist eine Alternative. Trotzdem gibt es immer wieder Fälle,wo ich sage,man hätte

      den Menschen es wirklich leichter machen können.Der OPA meines Schwagers war 93 Jahre alt und sprang aus dem Fenster eines Seniorenheimes ,er war schwerst krank

      und es gab keine Heilung,warum hat man ihn nicht einfach durch eine Sterbehilfe das Leben genommen? Mit 93 Jahren hat er doch ein gesegnetes Leben gehabt.
      Der Nächste BItte ! ~k25