Würde statt Abstellgleis

      Würde statt Abstellgleis

      Sozialstaat Deutschland

      Würde statt Abstellgleis

      08.03.2010, 13:47



      Ein Kommentar von Thorsten Denkler
      In der Hartz-IV-Debatte geht es um "faule Arbeitslose". Dabei gibt es Konzepte, mit denen man Menschen Arbeit und Würde zurückgeben kann, die auf dem Arbeitsmarkt chancenlos sind.
      Was ist das für eine scheinheilige Debatte. Seit Jahrzehnten ist es das Gleiche: Der Arbeitsmarkt bietet zu wenig Platz für alle. Viele Menschen haben da keine Chance. Sei es, weil sie sich in langen Arbeitsjahren kaputtmalocht haben und nun zu alt für ihren Job genannt werden. Sei es, dass sie es in der Schule nicht schafften, sich für einen Beruf zu qualifizieren. Und doch müssen sie sich vorhalten lassen, sie seien nur faul.

      Das soziale Netz fängt alle auf. In Deutschland ist es bei allen Unzulänglichkeiten und Ungerechtigkeiten zum Glück immer noch engmaschiger gestrickt als anderswo.


      Quelle : sueddeutsche.de/,tt4m1/politik/135/505336/text/

      ..sicher spielt bei vielen Menschen es eine Rolle ob sie "noch gebraucht werden" und mit Recht wehren sie sich gegen den platten Vorwurf faul zu sein... Sie wollen alle arbeiten und mit ihren Händen was tun nur jeder das was er kann und sich eignet... Wann begreift man es endlich das jeder Fall ein Fall für sich ist .. das man auf die Menschen eingehen muss, weil sie sind keine Maschinen...

      /g\
      ...mir fällt vor allen Dingen auf,dass es immer Kampagnen gibt,für Menschen unter 30 und für Menschen 50+.Was geschieht mit Menschen die da zwischen liegen????
      Außerdem,wenn Arbeitnehmer bis 67 arbeiten müssen,wie sollen da die Jungen in "Lohn und Brot" kommen.Es gibt nun einmal nicht so viele Arbeitsplätze um allen eine Arbeit zu geben.Würde---Ich denke mal dass ist den Verantwortlichen egal,Hauptsache ihre Statistiken stimmen und schauen gut aus.
      Das Fürchterliche an der ganzen "Diskussion" ist doch aber die Tatsache, daß nicht miteinander geredet, sondern gegeneinander polemisiert wird und das eigentlich nur von "oben" nach "unten"
      Es werden grundsätzlich nur mediale Vorurteile und Vorwürfe benutzt um den Betroffenen den Schwarzen Peter zuschieben zu können
      So hält sich beispielsweise hartnäckig eine immer wieder aufgewärmte Zahl im Raum, daß angeblich weit über dreißig Prozent der Hartz IV-Bezieher zu der Gruppe gehören sollen, die sich vor jeglicher Arbeit drücken würden
      Statistiken der verschiedensten Institute, die teilweise nicht oder eben kaum auf der Seite der "Leistungsempfänger" (ein fürchterlich scheinheiliges Unwort) stehen sprechen grundsätzlich von etwa drei Prozent Leistungsverweigerern
      Diese Klischees werden aber in den Medien stets und ständig bedient, gehegt und gepflegt (siehe tägliches "Arbeitslosen-TV")
      Ein Berliner Rechtsanwalt hat in einem Bericht über seine Erfahrungen als Vertreter von klagenden Hart IV-Beziehern so einige ungeliebte Wahrheiten über beide Seiten der Angelegenheit skizziert
      Eines sollte aber allen klar sein:
      Gegeneinander ist keine befriedigende Lösung zu erreichen aber auch miteinander ist nicht all zu viel herauszuholen
      Schon das Verhältnis der absoluten Zahlen zueinander zeigt die Unmöglichkeit einer einfachen Lösung
      Die winzige Anzahl von nicht ganz einer Million "freier" Arbeitsplätze steht der Masse von rund zehn Millionen Arbeitsloser und/oder Arbeitssuchender gegenüber
      Wer traut sich zu diese Quadratur des Kreises zu lösen ? ? ?
      Das funktioniert nur annähernd im wahrsten Sinne des Wortes


      "Die SPD-Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, sagt, etwa ein Viertel aller heutigen Hartz-IV-Empfänger hätten keine Chance mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Zahl mag zu hoch gegriffen sein. Doch das ist nicht die Frage. Entscheidend ist, es gibt diese Menschen."


      Ich glaube hier irrt der Autor:
      Diese Zahlen der Frau Kraft sind nicht zu hoch gegriffen, sondern liegen viel zu tief gestapelt
      Ich sehe die Zahl derer, die niemals wieder im ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen werden (können), bei etwa 85% wenn nicht sogar bei mindestens 90%
      Die oben genannten Zahlen beweisen das, denn weder die Privatwirtschaft, der Staat noch beide gemeinsam (was eine Unmöglichkeit an sich ist) schaffen so viele Arbeitsplätze
      Aber im Großen und Ganzen kann man dem Herrn Denkler zumindestens virtuell auf die Schulter klopfen, denn er hat die allgemeine Situation recht genau analysieren können, was man bei den Politikern mehr als nur vermissen kann . . .



      ;V.
      Wissen ist Macht aber nichts wissen macht nichts!


      !WQ


      !WQ Ich weiß, daß ich nichts weiß! !WQ